Swiss Employer Survey

Swiss Employer Survey: Wonach Unternehmen suchen

 

Eine landesweite Studie der Career Services der Schweizer Hochschulen zeigt detailliert auf, wonach Unternehmen suchen, wenn sie Studierende einstellen. So ist etwa die berufliche Erfahrung zentral; am meisten gesucht sind Personen, welche sich für das Gemeinwohl und die Gesellschaft engagieren.

Im Sommer 2022 führte das Career Services Network der Schweizer Hochschulen (CSNCH) eine Umfrage unter Recruitern von Unternehmen sämtlicher Branchen und in allen Landesteilen durch. Insgesamt 318 Personen füllten den Fragebogen aus und gaben damit einen Einblick in ihre Einstellungspraxis. Die Studie ergänzt den Swiss Career Survey von 2020/2021, wo Studierende nach ihren Präferenzen und Einstellungen befragt wurden.

In sämtlichen befragten Branchen wird am meisten nach Studierenden gesucht, welche gemeinsam mit anderen Menschen Ergebnisse erzielen wollen; auch verantwortungsvolle Führung ist eine vielfach gesuchte Eigenschaft. Dies deckt sich weitgehend mit der Einstellung der Studierenden, welche gerade diese Charakteristika für sich selber in Anspruch nehmen.

In Bezug auf die Werte zeigt sich eine weitere Gemeinsamkeit: Unternehmen suchen insbesondere Personen, die das Wohl der anderen und der Gesellschaft in den Vordergrund stellen. Die Studierenden wiederum bevorzugen eine Karriere, in welcher sie diese Eigenschaft leben können. Interessanterweise zieht sich dieses Bild durch sämtliche befragten Branchen und Funktionen: Die Zeiten von Machtorientierung oder Anpassung sind definitiv passé. Auch in Bezug auf die Angebote von Unternehmen ergibt sich eine erfreuliche Übereinstimmung: Die überwiegende Mehrheit der Recruiter gab an, dass sie eine vielfältige und abwechslungsreiche Arbeit anbieten.

In Bezug auf die künftigen Kompetenzen, welche Studierende für die Berufswelt mitbringen müssen, antwortete eine grosse Mehrheit, dass Problemlösungs-, analytisches und kreatives Denken am meisten gefragt sind. Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede nach Branchen und Funktionen. So sind etwa im Banking Stressresilienz und emotionale Intelligenz wichtiger als in anderen Industrien. Programmierfähigkeiten und Technologieentwicklung wiederum sind – wenig überraschend – in IT-Funktionen zentral.

In Bezug auf die Bewerbungskompetenzen attestieren die Recruiter den Studierenden sehr gute Qualitäten bei den Unterlagen, stellen aber auch fest, dass es vielen nicht gelingt, einen USP zu entwickeln und diesen glaubhaft darzulegen. Die Marke „Ich“, welche eine Bewerberin von einer anderen unterscheidet, muss noch deutlich ausgebaut werden.

Die gute Nachricht für Studierende an Fachhochschulen schliesslich ist, dass Unternehmen überwiegend Personen suchen, welche bereits über Berufserfahrung verfügen. Gerade auf Bachelor-Stufe spielt diese eine wichtige Rolle.